Aquaristik und Terraristik

Unser Wahlkurs ist in dieser Form einzigartig im Augsburger Raum. Dementsprechend ist das Interesse an der Teilnahme immer groß. Bis zu 40 Schülerinnen und Schüler treffen sich – in kleineren Arbeitsgruppen aufgeteilt – jeweils mittwochs am Nachmittag, um sich mit folgenden Themen auseinanderzusetzen:

Unsere Pflegetiere aus den Gruppen der Amphibien, Reptilien, Fische und Gliederfüßler wurden größtenteils von ihren früheren Besitzern wegen Zeitmangels oder hoher finanziellen Pflegeaufwands an uns abgegeben. Die Teilnehmer*innen lernen die Besonderheiten und den Pflegeaufwand der jeweiligen Tierarten kennen. Dies umfasst z.B. neben der regelmäßigen Fütterung (auch in den Ferien!) auch die Reinigung der Aquarien und Terrarien. Teilnehmer*innen, die schon mehrere Jahre am Wahlkurs dabei sind, übernehmen mit der Zeit immer mehr Eigenverantwortung bei der Tierpflege, leiten die Neueinsteiger an und haben Gruppenleiterfunktionen.

Um die Tiere den Tierschutzgesetzten entsprechend unterbringen zu können, bauen wir Terrarien und richten Aquarien und Terrarien möglichst artgerecht ein. Dabei versuchen wir nicht nur die Lebensräume wie Wüsten und Regenwälder im Kleinen möglichst realitätsnah zu gestalten, sondern achten auch auf die Einhaltung der richtigen klimatischen Bedingungen.

Bei passender Thematik des Biologieunterrichts besuchen Teilnehmer*innen mit den Tieren die Klassen und sorgen so für eine besondere Anschaulichkeit der Inhalte. Wer im Unterricht zu Reptilien auch mal eine Schlange in die Hand nehmen kann, vergisst sicher auch die dazugehörigen Inhalte nicht so schnell. Bei Infoabenden, Dieselfesten oder Besuchen von Kindergarten- und Grundschulgruppen werden die Tiere auch Gästen der Schule vorgestellt. So machen wir auf die Problematik aufmerksam, die diese Tiere zu uns geführt hat, bauen Ängste und Vorurteile ab und begeistern für das Thema Artenschutz.

Ein- bis zweimal im Jahr unternehmen wir Exkursionen in Augsburger Raum, aber auch zu weiter entfernten Lokalitäten. Dabei erweitern wir unser Wissen und tauschen uns mit Gleichgesinnten aus. So waren wir in der Vergangenheit z.B. schon im Reptilienzoo Füssen, im Augsburger Naturmuseum, im Ingolstädter Apian-Gymnasium, dem Terraristikverein Wasserstern, der Reptilien-Auffangstation in München usw.

Solltest Du weitere Fragen haben, so melde Dich gerne per Email bei markus.pfister@rdg-online.de

Ein Beitrag zum Artenschutz

Der Wahlkurs Aqua- und Terraristik ist Mitglied beim Arterhaltungsprojekt Citizen Constervation.

Ab sofort beteiligt sich der Wahlkurs Aqua- und Terraristik aktiv an Erhaltungszuchten für die Initiative Citizen Conservation. Viele Amphibienarten auf der ganzen Welt stehen vor dem Aussterben. Ursachen sind unter anderem die Lebensraumzerstörung, aber auch eine tödliche Pilzerkrankung, die sich aufgrund der Globalisierung zunehmend auf der ganzen Welt verbreitet.

Citizen Conservation möchte durch Erhaltungszuchten von Zoos und Privatleuten stabile Populationen besonders gefährdeter Arten aufbauen, so dass diese auch beim Aussterben in der Natur erhalten bleiben. Zudem versucht die Initiative dem illegalen und unkontrollierten Handel mit Wildtieren die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Dies soll z.B. durch Nachzuchten einfach zu haltendes Arten für den Handel erfolgen.  Während wir uns – auch aufgrund der Corona-Situation – noch keine Erhaltungszucht von gefährdeten Arten zutrauen, können wir Citizen Conservation aber bereits jetzt mit der Nachzucht von unseren chinesischen Rotbauchunken unterstützen. Die Rotbauchunken sind in der Terraristik aufgrund ihres lebhaften Charakters und ihrer tollen Färbung sehr beliebt und werden derzeit noch in großen Zahlen aus Asien für den Handel importiert. Dies geht einher mit der Gefahr der Einschleppung weiterer Krankheiten. Durch Nachzucht in Deutschland soll diesen Handelswegen die Grundlage entzogen werden.

Als unsere Unken im zeitigen Frühjahr Eier legten, haben Schülerinnen und Schüler des Wahlkurses jeweils einige dieser Eier mit nach Hause genommen und dort die Kaulquappen bis zur Metamorphose, also der Verwandlung in kleine Unken, aufgezogen. Da die Unken nach dem Landgang vor allem Fruchtfliegen als Futter erhalten, wurden diese anschließend im Terrarienraum der Schule weitergepflegt. So konnten bisher ca. 60 Nachkommen aufgezogen werden, die in einigen Monaten an andere Teilnehmer des Conservation-Programms abgegeben werden. Die Mitglieder des Wahlkurses freuen sich, so einen Anteil zum Artenschutz beitragen können.

Weiterführende, interessante Informationen (z.B. auch Podcasts zu gefährdeten Tieren) findet Ihr auf der Homepage von Citizen Conservation

Citizen Conservation – Citizen Conservation (citizen-conservation.org)

Markus Pfister, Leiter Wahlkurs Aqua- und Terraristik


Maßnahmen zur
Überbrückung des Corona-Jahres

Alle Informationen zu den Herausforderungen in der Corona-Zeit finden Sie in unserem Bericht:  Tiere lassen sich nicht einfach abschalten


Ein kleiner Bericht zum Jahreswechsel – aus einem versteckten Raum

Da wir mit dem Wahlkurs Aqua- und Terraristik derzeit noch im dritten Stock am Ende des Flures unser Ausweichquartier haben, bekommt kaum jemand etwas von unseren Tätigkeiten mit. Deshalb wollen wir den Informationsmangel mit diesem kleinen Artikel zum Jahreswechsel beheben und uns mal wieder in Erinnerung rufen.

Erfolgreiche Aufzucht und Weitervermittlung unserer Rotbauchunken

Wie schon berichtet, konnten wir dieses Jahr trotz der großen Widrigkeiten erfolgreich ca. 100 Rotbauchunken aufziehen. Diese wurden inzwischen im Rahmen des Arterhaltungsprogramms Citizen Conservation an neue Halter in ganz Deutschland verschickt. Das passiert natürlich nicht mit einer einfachen Warensendung. Die Tiere müssen ja schnell wieder aus den Transportboxen heraus und dürfen während des Transports nicht unterkühlen oder überhitzen. Deshalb werden die Tiere recht kompliziert verpackt und mit einem Spezialversand verschickt, der über Nacht liefert. So konnten über 80 Tier nach Landau, Hamburg, Bonn, Darmstadt und Wuppertal vermittelt werden. Sehr erfreut hat uns, dass wir so Kontakt zum Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium in Wuppertal und zur Stadtteilschule Stellingen in Hamburg aufbauen konnten.

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Aufnahme in den Ring der Vivariumsschulen

Seit dem Sommer ist unsere Schule Mitglied im Ring der Vivariumsschulen. Dabei handelt es sich um einen losen Zusammenschluss von Lehrkräften an Schulen in ganz Deutlichland, die für den Einsatz im Biologieunterricht oder im Rahmen von Ganztagsangeboten Tiere und Pflanzen halten.
Der Ring gibt engagierten Lehrkräften die Möglichkeit des Austausches über biologische und organisatorisch/ technische Aspekte der Tierhaltung an Schulen und deren Einsatz im Unterricht. Wir freuen uns auf die Kooperation und den Austausch mit Gleichgesinnten.

Für Interessierte: Ring der Vivariumschulen (ring-der-vivariumschulen.de)

Abgabe unserer Madagaskar-Taggeckos

Leider hat sich unser Pärchen Madagaskar-Taggeckos in unseren Regenwald-Terrarium immer weniger vertragen. Bei ihren Auseinandersetzungen haben sie sich gegenseitig teilweise üble Bisswunden beigebracht. Da unser Terrarium keine Möglichkeit bot, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen, sahen wir uns gezwungen, die Tiere an einen befreundeten Reptilienhalter mit einen großen Paludarium abzugeben. Wie der neue Halter uns berichtet, haben die Tiere den Umzug gut überstanden und fühlen sich in dem neuen Lebensraum sichtlich wohl.

Neuaufnahme einer Bartagame

Nachdem Louie, unsere Bartagame, im letzten Schuljahr im Alter von 14 Jahren verstorben ist, wollten wir eigentlich die Haltung von Bartagamen aufgeben. Denn diese benötigen sehr viel Platz und leben bei guter Haltung sehr lange. Es dauerte allerdings kaum ein halbes Jahr, bis ich einen „Hilferuf“ von Kollegen aus dem Terraristikverein Wasserstern erhalten habe. Wegen Umzugs des alten Besitzers wurde für eine männliche Bartagame ein neues Zuhause gesucht. Ältere männliche Bartagamen möchte leider kaum jemand aufnehmen, da sich diese nicht in bestehende Gruppen integrieren. So haben wir uns also erbarmt und den – noch namenlosen – Bartagamenmann aufgenommen. Er ist in den letzten 6 Jahren nie in die Hand genommen worden und deshalb noch sehr scheu. Die Mitglieder des Wahlkurses füttern ihn jetzt gezielt von Hand und versuchen ihn langsam an uns zu gewöhnen. Denn früher oder später soll er auch im Unterricht eingesetzt werden.

Markus Pfister, Leiter des Wahlkurses Aqua- und Terraristik

Ansprechpartner

Betreuer Aquaristik und Terraristik
StD Markus Pfister