Umweltschule

Umwelt- und Klimaschutz

Organisatorisch bauen wir als Schule auf die Zusammenarbeit zwischen dem Kontaktlehrer des Öko-Schulprogramms (Herrn Empl) und dem Ansprechpartner im Direktorat (Herrn Burckhardt). Diese tauschen sich regelmäßig über den aktuellen Stand ihrer Bemühungen aus und besprechen weitere Vorgehensweisen. Die Hauptarbeitsfelder sind dabei:

  • Koordination vorhandener Einrichtungen und Aktivitäten
  • langfristige Verankerung der Thematik Umwelt- und Klimaschutz
  • verbindliche Unterrichtseinheiten (auf Basis des Lehrplans)
  • Organisation konkreter Aktivitäten und Projekte
  • Dokumentation und Kommunikation nach außen

Ein weiteres Mitglied des „Energieeffizienzteams“ ist der Hausmeister der Schule, der als Ansprechpartner zu Fragen der Energietechnik des Schulgebäudes zur Verfügung steht.

Die Einbindung der Schülerschaft gelingt mit Hilfe der Umweltmanager. Dabei handelt es sich um besonders engagierte SchülerInnen aus den Jahrgangsstufen 5-10, die zu Beginn des Schuljahres, ähnlich der anderen Klassenämter, gewählt werden. Die UmweltmanagerInnen fungieren einerseits als Multiplikatoren, um Informationen und Anregungen in ihre jeweiligen Klassen tragen, andererseits übernehmen sie auch konkrete Aufgaben (z.B. Licht-aus-Dienst). Dafür durchlaufen sie zum Schuljahresbeginn zunächst eine Schulung als Einstimmung auf ihre Tätigkeiten. In weiteren Treffen werden gemeinsame Projekte besprochen und organisiert.

1. Wahlkurs Aquaristik und Terraristik

Dieser Wahlkurs ist in seiner Form einzigartig im Augsburger Raum. Nur hier können SchülerInnen die Pflege von Terrarien- und Aquarientieren lernen ohne selbst solche Tiere anschaffen zu müssen!

Die Pflege der Amphibien, Reptilien, Fische und Gliederfüßler umfasst die regel- mäßigen Fütterung (auch in den Ferien!) und ebenso die Reinigung der Aquarien und Terrarien. Diese bauen und gestalten wir zum Teil selbst, um die Tiere möglichst artgerecht unterbringen zu können.

Unser Wissen über die Tiere und ihre Haltungsanforderungen verbessern wir durch Exkursionen (z. B. zur Reptilienauffangstation), Filme und Vorträge. Zur Überprüfung der Kenntnisse der Teilnehmer werden auch kleine Wissenstests abgehalten. Teilnehmer, die schon mehrere Jahre am Wahlkurs teilnehmen, übernehmen mit der Zeit immer mehr Verantwortung und betreuen z.B. als Gruppenleiter die Neueinsteiger.

Zu besonderen Anlässen (Dieselfest, Infoabend usw.) und im Biologieunterricht stellen wir unsere Tiere vor und machen auf die Problematik aufmerksam, die diese Tiere zu uns geführt hat. Informationsveranstaltungen bieten wir auch für Kindergärten und Grundschulen an.

2. Diesel Bienen

Seit 2019 stehen zwischen Sportgelände und Schulgarten, versteckt neben dem Kugelstoßplatz, einige Honigbienenvölker.

Links finden sich sogenannte Magazinbeuten, die man klassischerweise verwendet. Daneben sind zwei Top-Bar-Hives aufgestellt, in denen die Bienen ihre Waben völlig frei wie in einer natürlichen Höhle bauen können. Die Biologie der Honigbiene lässt sich somit besonders gut beobachten.

3. Schulgarten

Was 2017 als P-Seminar „Englische und französische Gartenkultur“ begann ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Geländes: Der Schulgarten.

Beim Gestalten zeigten die SchülerInnen unter der Leitung von Frau Zens viel Einsatzbereitschaft und Ausdauer. So waren es am Ende nicht nur ein paar Beete, sondern eine liebevoll gestaltete Ansammlung der verschiedensten Pflanzen. Bevor allerdings Rosen, Lilien, Flieder und noch viele Pflanzen mehr den Besucher erfreuen konnten, musste die SchülerInnen zunächst tüchtig schuften und ihr Talent an der Schaufel und dem Rasenmäher unter Beweis stellen.

Als Ergänzung der Anlage wurde 2019 ein großes Wildblumenbeet angelegt und unterstreicht damit unseren Anspruch als „Schule im Grünen“.

Wahlkurs Tier- und Naturschutz

Diese Wahlkurs ist vor allem ein Angebot speziell für die SchülerInnen der Unterstufe, die mehr über die heimische Tier- und Pflanzenwelt wissen wollen. Aber nicht nur die Informationen darüber, sondern vor allem der aktive Einsatz dafür stehen im Zentrum.

Ihre Tatkraft zeigen die Kinder im Rahmen des Wahlkurses, z.B. beim Bau von Nistkästen für Meisen und Spatzen, aber auch bei einem Projekt zum Thema „Igel“, das in der Aula unserer Schule ausgestellt werden konnte.

4. SMV – Unsere Schülervertretung

Im Mittelpunkt unserer Bemühungen zum Umwelt- und Klimaschutz stehen vor allem unserer SchülerInnen. Ihr Engagement macht viele Projekte überhaupt erst möglich. Wenn diese auch außerhalb des Klassenverbandes Erfolg haben sollen, dann steht am Rudolf-Diesel-Gymnasium die SMV stets als Multiplikator bereit und hilft mit Ideen und „Manpower“ bei der Umsetzung.

1. Kochen mit der Sonne

Im Zentrum dieses Projekt steht ein professioneller Solarkocher der Marke „Premium14“ mit einem Durchmesser von 1,4 m. Angegeben ist dieser mit einer Leistung von 700 Watt (bei wolkenlosem Himmel). Anhand der Daten also ein echter Ersatz für eine kleinere Heizplatte. Damit kann z.B. innerhalb von 9 Minuten 1 Liter Wasser zum Kochen gebracht werden!

Parallel zu den praktischen Beobachtungen und Messungen nutzen verschiedene Physik- Lehrkräfte den Solarkocher, um die Unterrichtseinheit „Energie (8.Klasse)“ mit einem Anschauungsobjekt zu unterstützen und entsprechende Rechnungen auf Grundlage der Kenndaten des Solarkochers durchzuführen. Auch in der 9. Klasse (Energieversorgung) bietet sich die Benutzung an.

2. Nützliches aus Recyclingmaterial

In diesem Projekt schufen die SchülerInnen, teils auf handwerklich geschickte Art und Weise, Taschen aus Recyclingmaterial. Das Material „Müll“ bot dabei viel Gesprächsstoff, auch über die Müllmenge im eigenen Haushalt. Die Diskussionen während der Schaffung kreisten zudem um Fragen der Müllvermeidung und Mülltrennung. Die anschließende Ausstellung regte auch die MitschülerInnen hinsichtlich der Recyclingthematik an.

3. Fragestellungen zum Klimawandel

Nicht nur Videos konsumieren, sondern auch selbst welche schaffen, war die zentrale Aufgabe dieses Projektes. Das Thema für die 10. Klassen: Der Klimawandel

Motiviert erarbeiteten sich die SchülerInnen zunächst die nötigen Hintergründe und zeigten ihr Recherchewissen bei der anschließende Suche nach weiteren Informationen. Auf dieser Grundlage erstellten die Schüler anschließend auf vielfältige Art und Weise ihre Videos. Von der Vertonung von Bild- bzw. Textmaterial und Animationen bis hin zur Verwendung eines Green Screens war alles dabei.

4. Nachhaltige Entwicklung

 Nachhaltig Leben und Handeln – gar nicht so einfach. Die „Sustainable Development Goals (SDGs)“ geben zwar konkrete Ziele vor, die damit verbunden sind, aber was jeder einzelne dazu beitragen kann war nun Ziel dieses Projektes. Die Referentin Frau Leinauer (Umweltstation Augsburg) stand den SchülerInnen dabei mit Rat und Tat zur Seite und half ihnen im Praxisteil bei der Herstellung von Bienenwachstüchern als umweltfreundliche Alternative zur Frischhaltefolie.

1. Weg mit dem Einweg-Plastik – Ein Wasserspender am RDG

Als der Wasserspender 2016 am Rudolf-Diesel-Gymnasium, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Augsburg, eingeführt wurde, geschah dies aus verschiedenen Gründen:

  • Die Müllmenge durch Einweg-Plastik-Flaschen sollte reduziert werden
  • Den SchülerInnen sollte die Qualität des Augsburger Leitungswasser bewusst werden
  • Dieses Bewusstsein sollte auch außerhalb der Schule zu einer Reduktion von gekauften Wasserflaschen führen (Vermeidung von transportbedingten CO2-Ausstoß)

Diese Gründe überzeugten alle Mitglieder der Schulfamilie und so wurde die Entscheidung zur Aufstellung des Wasserspenders gemeinsam getroffen. In den vergangenen vier Jahren hat sich der Wasserspender im Schulalltag etabliert. Zahlreiche SchülerInnen füllen dort täglich ihre selbst mitgebrachten Flaschen auf

2. Der ökologische Fußabdruck

Dass die Welt ein gewaltiges Problem hätte, wenn alle auf dem Niveau der Industriestaaten leben würden, ist bekannt – der ökologische Fußabdruck macht es deutlich! Ob auch die Mitglieder unserer Schulfamilie „auf großem Fuß“ leben, konnte jeder im Rahmen des Dieselfestes (2018 und 2019) selbst ausprobieren. Dazu diente ein Test aus 32 Fragen, öffentlichkeitswirksam auf großen Bodenmatten präsentiert.

Die Umweltmanager und Herr Empl als Koordinator standen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung und halfen bei Unklarheiten. Im Anschluss wurde der Test gemeinsam ausgewertet und auf effektive und oft vergessene Möglichkeiten hingewiesen, den persönlichen Energieverbrauch zu minimieren.

3. Werde ein Energiedetektiv!

Das Angebot der Stadtwerke Augsburg, SchülerInnen zu Energiedetektiven auszubilden, startete zunächst mit einer allgemeinen Einführung in das Thema Energie.

Anschließend ging es an die Praxis: So stand zum Beispiel das Thema korrekte Beleuchtung und die Verwendung verschiedener Leuchtmittel auf dem Programm. In einem extra Raum wurden die größten „Energiesünden“ nachgespielt und auf einem Energiefahrrad konnten die Schüler Leistung hautnah erfahren.

4. Bau eines Solarkochers

Die Projekttage bilden seit vier Jahren den Jahresabschluss für die 9. Klassen. Dabei können die SchülerInnen frei aus einem breiten naturwissenschaftlichen Angebot wählen. Im Jahr 2019 stand ein Projekt zum Kochen mit Sonnenergie auf dem Programm. Unter Verwendung von spiegelnden Oberflächen (Kombination aus Kopierfolie und Rettungsdecke) ging es darum, verschiedene Typen eines Solarkochers zu bauen und zu vergleichen.

Solare Kochboxen sind schnell und einfach umzusetzen und so war der Kocher bereits nach wenigen Stunden einsatzbereit. Dass dieser Kocher wie eine Bastelarbeit aussieht, aber dennoch als Kochmöglichkeit taugt, zeigte der Versuch mit einem Ei. Ohne Probleme konnte es hart gekocht werden. Parabelförmige Kocher dagegen verlangen etwas mehr Geschick und auch die Physik dahinter sollte man verstanden haben. Dann aber kann es richtig heiß werden!

Klima Klasse? Klasse Klima!

 Um das RDG ein klein wenig „grüner“ zu machen, wird seit 3 Jahren der Wettbewerb „Klima Klasse? Klasse Klima!“ ausgerufen.

In der 5. und 6. Jahrgangstufe werden die SchülerInnen gesucht, die am meisten zu einer sauberen Umwelt und dem Klimaschutz beitragen. Die Umweltmanager der Klassen übernehmen hierfür die Aufgabe, ihre Mitschüler zu informieren und anzuleiten, dass z. B. der Müll da landet, wo er hingehört. Um Strom und Energie zu sparen wurde außerdem darauf geachtet, dass die Lichter und weitere Verbraucher stets aus sind. Die anschließenden Klassenzimmerkontrollen zeigen dann, wie gut dies in den einzelnen Klassen umgesetzt wird. Neben einer Urkunde erhält die siegreiche Klasse auch die Gelegenheit Energieeinsparen ganz praktisch zu erfahren. Nach einer kurzen Einführung zur Nutzung der Sonnenenergie können die Schüler am schuleigenen Solarkocher erleben, wie man „ohne Kabel“ kocht. 2019 gab es erstmals klimafreundliche „MöHaBras“, also fleischlose Möhrenhaferbratlinge. Die SchülerInnen waren zunächst skeptisch, aber griffen dann umso begeisterter zu. Im zweiten Teil konnten die Schüler ausprobieren, wie man selbst aus einfachsten Materialien einen Mini-Solarkocher baut.

RDG auf Klimatour

Die KlimaTour ist ein Projekt des VCD und soll Kinder und Jugendliche zum Radfahren motivieren. Ziel der Kampagne ist, dass Schul- oder Freizeitwege so häufig wie möglich mit dem Fahrrad zurücklegt werden. Mit jedem real gefahrenen Kilometer kommt man dabei auf einer virtuellen Radtour ein Stück voran. Auch die 6d des Rudolf-Diesel- Gymnasiums startete 2020 motiviert in ihre Tour und verbuchte schnell die ersten Kilometer. Leider musste das Projekt coronabedingt vorzeitig abgebrochen werden.

Ein erneuter Versuch im kommenden Jahr ist definitiv geplant!

1. Vernetzung in Hochzoll

Im Rahmen des Dieselfestes, aber auch auf Grundlage unserer Wahlkurse (z. B. Aquaristik und Terraristik) öffnet das Rudolf-Diesel-Gymnasium gerne seine Tore für z.B. Kindergartengruppen oder SchülerInnen unserer Nachbarschulen. Hervorzuheben im Bereich Klima- und Umweltschutz ist dabei die Werner-von-Siemens Grund- und Mittelschule Hochzoll, die bereits die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ trägt, die das RDG anstrebt. Neben einem allgemeinen Austausch war vor allem die Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes „Papier-W(a)ende“ sehr gewinnbringend.

Auch Kontakte zum Familienstützpunkt Hochzoll führten in den vergangenen Jahren zu gemeinsamen Aktivitäten. Im Rahmen des Ferienprogramms konnte z. B. der schuleigene Solarkocher auch Kindern gezeigt werden, die das RDG nicht besuchen.

2. Weitere

  • Umweltstation Augsburg:
    • Unterstützung bei Projekten
    • Ansprechpartner
  • Stadtwerke Augsburg:
    • Ausbildung der Energiedetektive
    • Angebot von Veranstaltungen
  • Kommunales Energiemanagement Augsburg (KEM)
    • Betreuung des Öko-Schulprogramms
    • Organisation von Fortbildungen der Kontaktlehrer (z.B. Besuch einer Windkraftanlage)

Öko-Schulprogramm und Prima-Klima-Augsburg

Seit mehr als 20 Jahren (mit einer Unterbrechung 2012-2017) nimmt das Rudolf-Diesel-Gymnasium am Öko-Schulprogramm der Stadt Augsburg teil. Dieses bewertet Schulen hinsichtlich ihres Engagements in den Bereichen Umweltschutz und Energiesparen.

Aus den Teilnehmern dieses Programms wählt die Stadt Augsburg jährlich lediglich drei Schulen (darunter nur ein Gymnasium) und verleiht ihnen für ihren herausragenden Einsatz im Bereich Energiesparen und Umweltschutz den Titel „Prima-Klima-Schule“. In den Jahren 2019 und 2021 erhielt das Rudolf-Diesel-Gymnasium diese Auszeichnung.

Umweltschule in Europa

Unter der Schirmherrschaft des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) wird jährlich die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ an diejenigen Schulen vergeben, die  Themen der nachhaltigen Entwicklung und dem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen konsequent im Schulleben verankern konnten und diese kontinuierlich weiterentwickeln.

Neben den passenden Rahmenbedingungen muss die Schule auch konkrete Projekte zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit im Rahmen von zwei umfangreichen Handlungsfeldern vorweisen. Unter dem Stichwort „Energieeffizient und ressourcensparend Handel“ waren dies z.B. unser System der UmweltmanagerInnen, der schulinterne Wettbewerb „Klima-Klasse“ und die Gestaltung der Projekttage. Unseren Einsatz für die „Biologische Vielfalt in der Schulumgebung“ zeigte sich in der Pflege unseres Schulgartens, den Diesel-Bienen und weiterer Tier im Rahmen des Wahlkurses Aquaristik und Terraristik.

Im Jahr 2020 erhielt das Rudolf-Diesel-Gymnasium für sein Engagement erstmalig diese Auszeichnung und erhofft sich auch in den kommenden Jahren eine positive Bewertung durch die Fachjury.