Fahrten

Schulpartnerschaft mit Guangquan/Shenyang (China)

Im Jahre 1869 schrieb der amerikanische Humorist und Schriftsteller Mark Twain: “Reisen ist tödlich für Vorurteile und viele unserer Landsleute brauchen es genau aus diesen Gründen.“ Das Reisen wird hier als Pfad zur intellektuellen Aufklärung, als wesentlicher Bestandteil der geokulturellen Bildung angepriesen. Gerade in der heutigen Zeit, in der kulturelle Interaktionen über Grenzen und Kontinente hinweg immer weiter zunehmen, besteht eine wesentliche Aufgabe einer Schule darin, die geokulturelle Bildung der SchülerInnen zu fördern und zu unterstützen. Das Rudolf-Diesel-Gymnasium nimmt diesen Auftrag sehr ernst, was sich unter anderem in der seit diesem Schuljahr bestehenden Schulpartnerschaft mit der Gesamtschule Guangquan in Shenyang (China) widerspiegelt. Ziel dieser Schulpartnerschaft ist es, einen Sprach- und Kulturaustausch zwischen den Schülerinnen und Schüler der beiden Schulen und damit auch der beiden Länder zu ermöglichen. Im Rahmen dieser interkulturellen Zusammenarbeit soll unter anderem ein regelmäßiger Schüleraustausch zwischen China und Deutschland etabliert werden, wobei eine (deutschsprachige) Betreuung unserer SchülerInnen vor Ort garantiert wird. An dieser Stelle ist auch anzumerken, dass die Gesamtschule Guangquan über eine internationale bzw. deutsche Sektion verfügt, in welcher der Unterricht in deutscher Sprache gehalten wird. Die Eröffnungsfeier der (neu erbauten) Guangquan Gesamtschule fand am 15. September in Shenyang statt, wobei auch zwei Vertreter des Rudolf-Diesel-Gymnasiums zugegen waren. Hierbei konnten sich die Kollegen von den (Arbeits-) Bedingungen in der Schule sowie der Situation in der Stadt überzeugen, wobei durchweg ein positives Fazit gezogen werden konnte. Für eine Stärkung der geokulturellen Bildung kann man also nur auf ein Gelingen und einen weiteren Ausbau dieser Partnerschaft hoffen.

“On Friday morning we went on a long journey. At three o’clock in the morning we had to get up as we were driven by some parents to Munich airport at four o’clock. The flight to London Heathrow took about two hours. From London we went to Reading by bus to catch the train to Penzance. This trip crossing the country from east to west takes about 5½ hours.

After our arrival in Penzance, the railways do not go any further from here, we walked to the youth hostel for about 30 Minutes. Although the long walk to the youth hostel is so exhausting, especially with the suitcases, it is a great relief once you finally see the youth hostel ….

On Monday we got up at 7 am. Then at 7.30 am we ate a typical English breakfast with sausages, bacon and eggs. I liked the sausages best, but fried mushrooms and baked beans for breakfast sound still very strange.

After breakfast we were picked up by two school mini busses. At school which is called Mounts Bay Academy, we met our exchange partners. First they showed us around. After that we went to class with our partners. During the breaks we ate something in the cafeteria or we went out to the playground and hang out with friends. The school ground is much better than ours because there is a basketball and a football field where you can do sports in the breaks. The lessons take 75 minutes. I had English, science and history.

After school theteachers showed us some sights of Penzance like the swimming pool which isoutside and has got sea water. In the very city centre one can find the bigLloyds Bank which was built in 1837. After the tour we all went to Lidl. Therewe went shopping for dinner. Then we went back to the youth hostel. It was ourturn to cook for the others. That was spaghetti Bolognese which was delicious.Before going to bed the others have to do the cleaning first and we still haveto practice our presentations. I will be so nervous when I have to speak infront of our English partners about Augsburg and our school…” (Philipp, Elias,Lukas)

Wir, die neunten Klassen des Schuljahres 2018/2019, haben sieben Tage in Broadstairs,einem wunderschönen Küstenstädtchen in England, verbracht, worüber wir nun berichten:

In der Nachtvon Samstag auf Sonntag (13.-14. Juli) sind wir um 00:00 Uhr losgefahren und um15 Uhr (nach deutscher Zeit 16 Uhr) am selben Tag am Broadstairs English Centre(BEC) angekommen. Wir haben einen kleinen Spaziergang gemacht, bevor unsere host families uns abgeholt haben, bei denen wir über die Woche versorgt worden sind. Am BEC bekamen wir von Montag bis Freitag unsere dreistündige Dosis puren Englischunterricht.

Dazu gab esverschiedene Tagesaktivitäten. Am ersten Tag haben wir ein Quiz gemacht, beidem wir durch die Stadt gelaufen sind und Fragen beantwortet haben. Andere Aktivitätenwaren bei uns ein Ausflug nach Canterbury und zum Dover Castle, einKüstenspaziergang, sowie Spiele am Strand.

Am Abend hattenwir noch mehr Aktivitäten, bei denen wir uns besser kennenlernen konnten: BarnDance, Karaoke, Drama, sowie Willkommens- und Neon Party.

Das Highlightder Woche war der Tag in London, wo wir eine Sightseeing-Tour auf der Themse und eine Führung bekamen, bevor wir in kleinen Grüppchen bummeln gegangen sind.

Insgesamt wares eine sehr schöne und abwechslungsreiche Woche, wo wir uns und die englischeKultur besser kennenlernen konnten. Wir finden es echt schade, dass die Fahrt sehr kurz war und wir nicht mehr erkunden konnten.

Hiermit bedanken wir uns nochmal ganz herzlich bei Frau Thom-Rietzler, Frau Thum und Herrn Burckhardt, die die Englandfahrt möglich gemacht haben.

21.05.2021: Die schreckliche Nachricht: Die Berlinfahrt muss wegen Corona abgesagt werden. Doch Dank des engagierten Einsatzes einiger Lehrer, konnte sie auf die Woche nach den Sommerferien verschoben werden. Zwar verkürzt, aber nicht weniger erlebnisreich.

Am 14.09.21 konnte die langersehnte Reise also beginnen. Nach abgeschlossenen Corona Tests und Kontrollen hat die Hauptstadt Deutschlands also fast jeden von uns nach einer vierstündigen Zugfahrt in Empfang genommen. Doch für einen Schüler war die Reise bereits am Augsburger Bahnhof mehr oder weniger beendet. Er hatte auf Grund eines falsch positiven Coronatests das Privileg, 2 Tage später eine Privatreise als Nachzügler anzutreten.

Für die Elite Bayerns gilt: „Nur das Beste!“. So erwartete uns nichts Geringeres als die 4 Sterne von Europas größtem Hotel Estrel. Nachdem wir uns eingerichtet hatten ging es auch schon los Richtung Stadt. Schnell stellte sich heraus, dass die Berliner großen Wert auf materielle Dinge legten, sodass ein Schüler bis heute noch nach seinen 20€ sucht, während – nach Abhandenkommen eines Ausweises -, ein Berliner mit einer neuen Identität durch die Stadt schlendert. Mit unseren 1A Sightseeing Guides, Herr Stahl und Frau Rönnau, erkundeten wir den restlichen Tag die Stadt mit dem Bus und konnten so erste Eindrücke von Berlin „erspreen“.

Natürlich gut ausgeschlafen und mit dem besten Frühstück im Magen, starteten wir also in den Mittwoch. Los ging es mit der Spreefahrt, sodass wir Berlin auch vom Boot aus kennenlernen konnten. Danach trennten sich unsere Wege und mit zwei Gruppen wurde sich direkt ins Berliner Innenleben gestürzt. Im wahrsten Sinne des Wortes ging es für den einen Teil tief hinunter in die Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges. Diese sind unter der ganzen Stadt verteilt, unter anderem sogar in einer U-Bahnstation. Währenddessen erkundeten die Anderen Berlin zu Fuß unter Betrachtung weiterer historischer Aspekte, wie der Geschichte des Brandenburger Tors, oder der alten Mauerreste, die an die Ost-Westteilung Deutschlands erinnern. Beschleunigt wurde der Stadtrundgang jedoch durch – wie sollte es auch anders sein – einen plötzlich aufkommenden Regen, der uns zum Schirm aufspannen und Pause machen zwang. Nachdem es wieder aufgehört hatte, fuhren wir mit der Bahn, oder diejenigen, die diese verpassten mit dem City-Roller, zu den Hackeschen Höfen, die uns mit ihrer ausgeprägten monotonen Vielfältigkeit beeindruckten. Nicht überzeugt von der wahren Architektur Berlins, sollte der Humor der Einheimischen unser Interesse wecken. Ein Impro-Theater kam dafür gerade richtig, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen und danach mit etwas Berliner (Abend-) Luft sinnvoll zu nutzen.

Da uns der späte Mittwochabend zur freien Verfügung stand, machten am Tag darauf diverse Gerüchte die Runde, wie z.B. über auf dem Hotelflur nächtigende Schülerinnen. Unser Programm am Donnerstag begann mit dem Besichtigten eines interaktiven Museums über die Lebensverhältnisse der damaligen DDR-Bürger. „Mit allen Sinnen Geschichte erleben.“ – unter diesem Motto stand der Besuch des Museums. Anschauliche Darstellungen, wie eine nachkonstruierte Wohnung oder ein Fahrsimulator, untermauerten dies. Um diese Eindrücke zu verarbeiten, legten wir eine kleine Pause in einer Mall ein. Während die Mädchen ihrer Shoppingsucht freien Lauf lassen konnten, rätselten die Jungs, woher sie den Ort bereits kannten. Als wahrer Experte half Herr Stahl ihnen auf die Sprünge und erklärte ihnen, dass hier schon Modelmama Heidi Klum während eines GNTM-Drehs ihren Walk hingelegt hatte. Nach der Aneignung ausgesprochen wichtigen Fachwissens, erwartete uns ein Besuch der Ausstellung „Berlin 1933-1944. Zwischen Propaganda und Terror“. Diese bestand aus Anzeigetafeln, die in chronologischer Reihenfolge über die Ursprünge und Ausmaße des NS-Regimes informierten. Besonders die Leidensgeschichte der Juden hat uns sehr erschüttert und zum Nachdenken angeregt. Als nächstes konnten wir den geschichtlich äußerst bedeutsamen Checkpoint Charlie auf unserer Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten abhaken. Dieser stellt einen alten Grenzübergang zwischen Ost und West dar und ist besonders bekannt dafür, dass hier oft auch sowjetische und amerikanische Panzer aufeinandertrafen. Die Stunden darauf sollten wir mit etwas Freizeit auskosten. Am späten Nachmittag trafen wir uns aber wieder, um die Aussicht über den Dächern Berlins zu genießen. Also ging es für uns rund 200m in die Höhe auf den Alexanderturm, um gegen die Höhenangst anzukämpfen. Der Blick von oben war unbeschreiblich. Ein Highlight der Reise war für einige von uns der Karaoke-Abend. Dort bekamen wir ein exklusives Konzert von Frau Edel und Herrn Stahl, in Berlin besser bekannt unter dem Bandnamen „Edelstahl“. Mit ihrer grandiosen Performance des Liedes „Hit me baby one more time“, rissen sie uns alle vom Hocker, sodass auch der letzte Abend ein gelungener war.

Den letzten Tag in Berlin gingen wir ganz entspannt an und starteten somit erst gegen Mittag mit dem gemeinsamen Programm. Davor musste jedoch erst einmal das Chaos der vergangenen Tage beseitigt werden, was sich schnell als Teambuilding Maßnahme herausstellte. Um den Zusammenhalt weiter zu fördern, eignete sich später dann ein Escape-Room besonders gut. In kleinen Grüppchen galt es, die in der Schule hart erarbeiteten Problemlösungsstrategien praktisch anzuwenden und die Herausforderung im besten Fall ohne weitere Streitereien zu meistern. Dies gelang den einen mehr, den anderen weniger. Nach vier erlebnisreichen Tagen und natürlich erholsamen Nächten traten wir wehmütig die Heimreise an. Die Zugfahrt gestaltete sich ganz unter dem Motto der restlichen Fahrt und erwies sich nicht als weniger amüsant, sodass sie einen würdigen Abschluss der Reise darstellen konnte.

Natürlich bestand unsere Fahrt nicht ausschließlich aus gemeinsamen Programmpunkten. Uns blieb zwischendurch oft genug Zeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden oder den Komfort der Hotelbetten auszunutzen. Somit wurden auch Orte, wie das Madame Tussauds, der Berliner Zoo, einige weitere Museen, der Ku‘damm, Kreuzberg oder kulinarische Entdeckungen, wie die berühmte Currywurst, nicht ausgelassen.

Im Namen der gesamten Jahrgangsstufe bedanken wir uns bei Herrn Stahl, Frau Edel, Herrn Schmid, Frau Rönnau und Frau Treutler-Gomoll für ihr Engagement, ihre unermessliche Geduld und ihr erfolgreiches Bemühen, diese Reise für uns unvergesslich zu gestalten.

Lara Haspolat, Anne Streble, Eric Ferk  (Q12)