Studienfahrt der 10. Klassen in die Hauptstadt Berlin

79 Schülerinnen und Schüler, sechs Lehrkräfte und fünf Tage, um die Geschichte Berlins zu erkunden. So sah das straffe Programm für die 10. Jahrgangsstufe unter Begleitung von Frau Arend, Frau Alp, Frau Eichhorn, Frau Sauter, Herrn Brand und Herrn Wiesmann aus. In der Woche vom Montag, dem 24. bis Freitag, dem 28. März 2025 wurden durch Besichtigungstouren, Führungen oder eigene Erkundung ganz unterschiedliche Aspekte der Geschichte der Bundeshauptstadt unter die Lupe genommen. Die Themen der Studienfahrt erstreckten sich von Preußen, über Checkpoint Charlie bis zur heutigen Zeit und teilweise sogar darüber hinaus, wobei neben diversen Aktionen auch freie Zeiten zwischendurch den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gaben, den Aufenthalt in vollen Zügen zu genießen.  

Leander Bachetzky 10c

 Montag
Am Montag kamen wir gegen Mittag am Berliner Hauptbahnhof an, machten uns per ÖPNV direkt auf den Weg zu unserem Hotel `Acama Kreuzberg´ und hatten einen kleinen Aufenthalt in unseren Zimmern, bevor es los ging. Am selben Tag fuhren wir zum Roten Rathaus; von dort an begann unsere Stadttour, die uns in Gruppen durchs Zentrum Berlins führte: vorbei am Stadtschloss und der Museumsinsel, entlang der Allee Unter den Linden mit Blick auf die Humboldtuniversität sowie auf das Denkmal Friedrichs des Großen; zuvor schlenderten einige durchs Nikolaiviertel, manche zum Gendarmenmarkt – aber schließlich trafen sich alle Gruppen am vom Sonnenuntergang beleuchteten Brandenburger Tor. Hier durften Gruppenfotos natürlich nicht fehlen. Anschließend besuchten wir das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, wo durch die tiefen Gänge zwischen den Betonstelen uns die Erinnerung an den Holocaust für einen Moment zurecht innehalten ließ.  

Der Weg per U-Bahn zum Hostel war uns dann fast schon vertraut und nach einem durchaus ordentlichen Abendessen durften nur wir Schülerinnen und Schüler in gemischten größeren Gruppen bis kurz vor 22.00 Uhr in Berlin unterwegs sein. Einige von uns gingen zum Alexanderplatz, um ihn beleuchtet bei Nacht zu bewundern. 

Valentina Capalbo 10a

Dienstag
Den Dienstag starteten wir mit dem Besuch von verschiedenen, wichtigen Stätten der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Programmpunkte waren u.a. die Topographie des Terrors, also die ehemalige SS- und Gestapo-Zentrale mit eindrücklicher Dokumentation, der Tränenpalast mit anschaulichen Exponaten zum Grenzübertritt in der ehemals geteilten Stadt oder auch der berühmte Checkpoint Charlie. Gegen Mittag blieb uns immer wieder Zeit, die Stadt in Kleingruppen zu erkunden, die Mittagspause verbrachten wir am und um den Alexanderplatz. Am Nachmittag stand der Mauerpark an der Bernauer Straße auf dem Programm, wobei wir das Gelände frei erkunden durften, dabei u.a. vom Aussichtsturm ein Stück des damaligen befestigten Grenzstreifens besichtigen konnten. Anschließend besuchten wir das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Mittels teils sehr anschaulicher Führungen wurde über die Organisation des Gefängnisses berichtet, aber vor allem über das leidvolle Dasein der Häftlinge erzählt. Ein Zeitzeuge und ehemaliger Häftling, der das Programm einer Gruppe gestaltete, war hier definitiv das Highlight. 

 Magdalena Böhm, 10a

Mittwoch 
Weiter ging es am Mittwoch … erst einmal zu Fuß bis zur nächsten S-Bahn-Station, da uns die BVG einen ÖPNV-Streik ins Programm schrieb. Gott sei Dank fuhren die S-Bahnen, sodass wir die beiden kommenden Tage tapfer mit längeren Fußmärschen meisterten. So gelangten wir auch rechtzeitig zum Reichstag und starteten den Vormittag mit dem Besuch des Reichstagsgebäudes und des darin befindlichen Bundestags. Nach einigen Sicherheits-Checks durften wir uns einen interessanten halbstündigen Vortrag über den Gebäudekomplex und die Abläufe im Bundestag anhören. Das Gespräch mit einem Abgeordneten war ein besonderer Moment des Besuchs, vor allem, weil unsere – nachträglich als sehr gut befundene – Fragen zu einem lebendigen und interessanten Gesprächsaustausch beitrugen. Schließlich kam der Höhepunkt – die berühmte Reichstagskuppel, auf die offenbar jeder Besucher Berlins will; die Aussicht ist auch beeindruckend und die Glas-Spiegel-Architektur ebenso, was sicher viele Selfies und Gruppenfotos festhielten. 

Anschließend gab es Mittagessen in der zugehörigen Kantine, wo trotz toller Aussicht auf die Spree die Gerichte bei vielen auf wenig Begeisterung stießen; von einer Bundestagskantine – wenn auch nur die für Besucher – hatten wir doch mehr erwartet. Am Nachmittag konnten wir auf freie Faust die City West mit Attraktionen wie dem KaDeWe und Bikini-Haus sowie der Gedächtniskirche und dem Ku-Damm erkunden. Nach dem Abendessen im Hostel stand ein Kino-Abend an in teils kultigen Kinos in Charlottenburg, wo wir aktuelle Kinofilme sahen, die nicht die übliche actionreiche Unterhaltung boten, sondern gesellschaftliche Themen. Viele von uns waren zunächst skeptisch, manche dann doch aufgeschlossen, einige hinterher sogar recht angetan. 

Marius Freitag, 10c

 Donnerstag
Museumsbesuche standen am Donnerstag als Erstes auf dem Programm. Wir hatten im Vorfeld – nach einer ersten groben Auswahl – die Wahl getroffen zwischen dem Naturkundemuseum, dem Futurium, dem Deutschen Historischen Museum, dem Neuen Museum und der DDR-Alltagsausstellung. Jedes Museum hatte seinen Reiz und bot spannende Einblicke in bisher Unbekanntes; jede und jeder hatte die Möglichkeit, selbst ein Museum zu erkunden. Anschließend hatten wir mittags Freizeit, bevor die einstündige Spreefahrt mit Blick auf die wichtigsten Herzstücke Berlins, besonders das Regierungsviertel, begann. Mit mehr Sonne und Wärme hätten wir die Fahrt sicher mehr genießen können, aber das Wetter, mit dem wir generell Glück hatten, kann man nun mal nicht buchen. Am Nachmittag folgte noch eine Stippvisite bei der East Side Gallery mit Zeit zur eigenen Erkundung. Wir ließen den Tag und die erlebnisreiche Woche mit Freizeit im Kreuzberger Bergmannkiez ausklingen. 

 Magdalena Böhm, 10a