Jugoslawien – Einst und Jetzt

Eine Ausstellung des Wahlkurses Politik und Zeitgeschehen

„Dobrodošli!“ Mit diesen Worten eröffnete der Wahlkurs Politik und Zeitgeschehen die beeindruckende Ausstellung „Jugoslawien – einst und jetzt“ am RDG. Die Ausstellung wurde von den Schülern Alen Kurtanovic, Andreas Überall, David Zilajevs, Elias Boxler, Emirhan Özen, Leon Stempfle, Philipp Weigel und Sofia Stegmüller unter der Anleitung von Herrn Poeppel erarbeitet. Von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart beleuchtet sie die komplexe Geschichte, Geographie, ethnische Vielfalt, daraus resultierende Konflikte und den heutigen Status des ehemaligen Jugoslawiens. Durch einige historische Artefakte sowie vor allem Fotos, Karten und Dokumentationen erhielten die Mitglieder des Wahlkurses vertiefte Einblicke in die Herausforderungen und Erfolge dieser Zeit.

Die Ausstellung begann mit einer Einführung in die Geographie des ehemaligen Jugoslawien. Dieses Land erstreckte sich über einen großen Teil des Balkans und umfasste die heutigen Länder Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo. Jugoslawien war Heimat vieler ethnischer Gruppen, darunter Serben, Kroaten, Bosniaken, Slowenen, Mazedonier, Montenegriner und Albaner. Diese Vielfalt war sowohl eine Stärke als auch eine Herausforderung für das Zusammenleben in einem gemeinsamen Staat.

Der historische Teil der Ausstellung verfolgt die Entwicklung Jugoslawiens von seiner Gründung nach dem Ersten Weltkrieg bis zu seinem Zerfall in den 1990er Jahren. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das später in „Königreich Jugoslawien“ umbenannt wurde.

Jugoslawien wurde im Zweiten Weltkrieg von den Achsenmächten besetzt und aufgeteilt. Nach dem Krieg wurde es zu einer sozialistischen Föderation unter der Führung von Josip Broz Tito. Diese Zeit war geprägt von einer relativen Stabilität und Einheit. Tito gelang es, die verschiedenen ethnischen Gruppen unter einer föderalen Struktur zu vereinen. Nach Titos Tod und dem Ende des Kalten Krieges brachen Spannungen zwischen den Nationen auf, die letztlich zum Zerfall Jugoslawiens führten.

Ein zentrales Thema und Schwerpunkt der Ausstellung waren die Jugoslawienkriege der 1990er Jahre. Nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens wurde der Kroatienkrieg (1991-1995) ausgelöst, was zu heftigen Kämpfen zwischen kroatischen Truppen und serbischen Milizen und großen Zerstörungen führte.

So auch der Bosnienkrieg (1992-1995), der der blutigste Konflikt war, gekennzeichnet durch ethnische Säuberungen und den Völkermord in Srebrenica, das schwerste Kriegsverbrechen in Europa nach dem 2. Weltkrieg.

Schließlich der Kosovokrieg (1998-1999) zwischen serbischen Ordnungskräften und kosovo-albanischen Unabhängigkeitskämpfern führte zu NATO-Interventionen und letztlich zur Unabhängigkeit des Kosovo.

Ein besonderes Highlight war ein Interview mit einer Zeitzeugin des Bosnienkriegs. Sie teilte ihre persönlichen Erfahrungen und Schilderungen, was den Besuchern einen bewegenden und authentischen Einblick in die schrecklichen Ereignisse dieser Zeit gab.

Der letzte Teil der Ausstellung widmete sich der Situation in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens heute. Alle Nachfolgestaaten sind heute souveräne Länder mit unterschied-lichen politischen Systemen und Graden der wirtschaftlichen Entwicklung. Slowenien und Kroatien sind bereits Mitglieder der EU, während Bosnien offizieller Beitrittskandidat ist, andere Länder wie Serbien und Montenegro führen Beitrittsverhandlungen. Ethnische Spannungen bestehen weiterhin – v.a. in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo -, und neben wirtschaftlichen Herausforderungen ist der Umgang mit der Vergangenheit nach wie vor ein zentrales Thema in der Region.

Die Ausstellung bot einen umfassenden Überblick über die komplexe Geschichte und die aktuelle Situation der Region, über die im Unterricht kaum gesprochen wird. Sie zeigt eindrucksvoll, wie wir Schüler des Wahlkurses uns intensiv mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt haben. Unsere Arbeit trägt durch die Führungen für alle 10. Und 11. Klassen hoffentlich dazu bei, das Verständnis für die historische und aktuelle Entwicklung des Balkans bei unseren Mitschülern zu fördern und die Bedeutung von Frieden und Zusammenarbeit für unsere Zukunft zu veranschaulichen.

Für den Wahlkurs „Politik und Zeitgeschehen“: Alen Kurtanovic, 11a