Geschichte vor Ort: Besuch der 7c in der Fuggerei

Am 25. Juni besuchte die Klasse 7c im Rahmen einer Exkursion die Fuggerei in Augsburg – eine kleine Siedlung für bedürftige Menschen. Und der Eintritt in die idyllische Siedlung kostet die Bewohner nach 00.00 Uhr tatsächlich mehr als die Jahreskaltmiete.

Pünktlich um 8.30 Uhr wurden wir von zwei sympathischen Schülerinnen des Jakob-Fugger-Gymnasiums erwartet, die eine Führung für uns vorbereitet hatten. Zuerst erklärten sie uns einiges über die kleine Kirche St. Markus, die wir dann auch von innen besichtigen durften. Zu Anfangszeiten der Fuggerei mussten die Bewohner quer durch Augsburg zur St.-Anna-Kirche laufen, um zu beten. Als diese im Jahr 1581 evangelisch wurde, wurde in der Fuggerei allerdings eine eigene gebaut.

Spannend war auch der Bunker, den wir als nächstes besichtigen konnten, da er einen Einblick in das Leben der Menschen zur Kriegszeit ermöglichte. Heute ist es ein Museum, aber mit der Vorstellung, dass vor vielen Jahren Menschen dort Zuflucht suchten, war es darin irgendwie gruselig.

Die Fuggerei wurde vor über 500 Jahren von den Fuggern, einer reichen Augsburger Kaufmannsfamilie, gegründet und ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Die Bewohner zahlen nur 88 Cent Kaltmiete. Allerdings müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen katholisch sein, dreimal am Tag für die Fugger beten, aus Augsburg stammen und unverschuldet in Not geraten sein. Diese Bedingungen erfüllen alle 150 Menschen, die in der Fuggerei auch heute noch wohnen. Sie sind in 140 Wohnungen untergebracht, welche auf 67 Gebäude verteilt wurden. Die Anwohner kümmern sich auch um den gemeinsamen Garten, was der Fuggerei eine besondere Atmosphäre verleiht.

Und was hat es mit dem Eintritt auf sich? Um 22 Uhr schließt die Fuggerei ihre Pforten. Kommt ein Bewohner später nach Hause, wird er natürlich noch eingelassen, muss aber 50 Cent bezahlen – und nach Mitternacht sogar einen Euro.

Für die spannende und auf jeden Fall lehrreiche Führung wollen wir uns ganz herzlich bei den beiden Schülerinnen bedanken, die viel Mühe und Zeit in unseren Fuggereibesuch gesteckt haben.