Exkursion Kolonialismus & Fairer Handel in Augsburg

Am Mittwoch, 17.07.24, fand der Geographieunterricht für die 10b in der Augsburger Innenstadt statt.

Ein “Kolonialer Stadtrundgang” der Werkstatt Solidarische Welt e.V. informierte über die kolonialen Einflüsse und Auswirkungen Augsburgs. Der Rundgang machte globale wirtschaftliche und politische Zusammenhänge deutlich und brachte die Schülerinnen und Schüler dazu, die Stadtgeschichte Augsburg aus einer etwas anderen Perspektive zu beleuchten. Zu Beginn wurde am Augustusbrunnen über die Zeit gesprochen, in der Augsburg selbst eine Kolonie des antiken Roms war. Daraufhin wurde der Stadtmarkt besucht und einige dort angebotenen Produkte hinsichtlich ihrer Herkunft, ihrer Anbaubedingungen und den Auswirkungen auf das Leben der dortigen Bevölkerung untersucht. Nach einer kurzen Stärkung durch einen großzügigen Tomatenspender ging es zur Welsertafel, wo die Klasse Informationen zu den Schattenseiten der Welser-Familie bekam: die Kolonie Venezuela (Klein-Venedig) wurde wenig nachhaltig und sehr grausam geführt, sodass sie der Augsburger Patrizierfamilie bald wieder genommen wurde.

Weitere Stationen umfassten das Weberhaus und das Hotel Maximilian’s, welches aufgrund der stereotypischen Darstellung von Schwarzen und der recht neuen Umbenennung Ausgangspunkt für Diskussionen zum Thema Rassismus war.

Anschließend wurde der Augsburger Weltladen besucht, wo die Schülerinnen und Schüler zunächst anhand von Arbeitsaufträgen die angebotenen Produkte erkundeten. Bei der anschließenden Besprechung bekamen sie Informationen zu den Themen Fairer Handel, Nachhaltigkeit und individuelle Verantwortung. Insbesondere die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Globalen Südens und des Nordens wurden hier thematisiert, die Transparenz bei der Herstellung von sogenannten Cash Crops (z.B. Kaffee, Kakao und Baumwolle) und die oft ausbeuterische Geschäftspraktiken vieler aus Afrika, Asien und Lateinamerika importierter Supermarkt-Produkte ohne Fair-Trade-Siegel.

Den Abschluss der Exkursion bildete ein Besuch im Café Mak, welches fair gehandelten Kaffee direkt aus Tansania bezieht und in Augsburg röstet. Der Gründer Allan Mutagwaba erzählte dort von der Entstehung des Cafés, den Anbaubedingungen in der Heimat seiner Familie und der direkten Vermarktung fair gehandelter Produkte. Nach diesem sehr persönlichen Einblick in die Welt des Fairen Handels und einer damit verbundenen kulinarischen Stärkung ging es für den mit dem Verhalten und der Mitarbeit der Klasse 10b sehr zufriedenen Geographielehrer zurück ans RdG.